Villa De Nordis
Im nördlichen Teil der Stadt, in der Nähe von Salcano, macht die Grenzlinie einen plötzlichen und unmotivierten rechtwinkligen Abzweig um eine isolierte Villa herum und folgt dabei exakt deren umliegenden Mauern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Villa Gräfin Liduvska De Nordis Hornik, einer abenteuerlustigen Unternehmerin, die nach Kenia gezogen war, um ihre Plantagen persönlich zu verwalten.
Einer Legende zufolge waren es die hochrangigen Verbindungen der attraktiven Gräfin, die dafür sorgten, dass ihr Elternhaus in Italien blieb. Nachdem sie in den exklusiven Kreis der britischen Gemeinde Nairobis aufgenommen worden war, freundete sich Liduvska mit Sarah Churchill (der dritten Tochter des großen britischen Staatsmannes) an, die sie mehrmals in Gorizia zu Gast hatte.
Ob die Grenzabweichung tatsächlich auf einflussreiche Bekannte oder auf die Feste zurückzuführen war, die der wohlhabende Landbesitzer angeblich veranstaltet hatte, um den Unterhaltungswunsch der Alliierten zu befriedigen, ist nicht bekannt; dies wäre jedoch ein weiterer Beweis dafür, wie entscheidend die Willkür in jenen Tagen war.
