Victoria Square – Löwen
Der Palast der Grafen von Torre – Thurn oder Torriani – wurde zwischen dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert als Stadtresidenz der Familie erbaut. Im 19. Jahrhundert umfassend umgebaut, ist von der ursprünglichen Struktur nur noch wenig erhalten. 1819 vom österreichischen Schatzamt erworben, diente er als Sitz öffentlicher Institutionen wie der Circolare-Kapitänschaft und der Bezirkskapitänschaft; heute ist er der Sitz der Präfektur. Links befindet sich der Eingang zur Via Rastello, die ihren Namen von dem alten hölzernen Rechentor hat, das im Mittelalter den Zugang zum Dorf versperrte. Rechts stehen die Gebäude, die 1936 abgerissen wurden, um die neue Stadtstraße Via Roma anzulegen.
Die Kirche Sant’Ignazio wurde zwischen 1654 und 1767 von den Jesuiten erbaut und dem Ordensgründer geweiht. Sie zeichnet sich durch die für Mitteleuropa typischen zwei Zwiebeltürme aus. Über dem Haupteingang weist die Inschrift „DIVO Ignatlo De LoloLa soCletatls lesV fVnDatorl“ auf das Jahr 1723 hin, in dem die Statue des Heiligen Ignatius aufgestellt wurde. Neben der Kirche wurde im 17. Jahrhundert ein Jesuitenkolleg errichtet, das später als Kaserne für das 47. österreichische Infanterieregiment „Baron von Beck“ diente. Die Kaserne wurde 1938 abgerissen; heute beherbergt sie das INPS (Nationales Institut für Soziale Sicherheit). Die Säule mit der Heiligenstatue wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts anstelle eines ähnlichen hölzernen Votivbaus errichtet.
Die antike Piazza Grande, das Herz der Altstadt, damals noch keine Hauptstraße, erstreckt sich bis zur Via dei Signori – der heutigen Via Carducci. Das Bild zeigt deutlich die dreieckige Form des Platzes, auf dem einst Markt, Jahrmarkt, Musikkonzerte und Hinrichtungen stattfanden. Ursprünglich war es eine große Rasenfläche namens „Travnik“, was auf Slowenisch Wiese bedeutet. Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert wurde sie nach und nach von Häusern umgeben. Die wichtigsten Geschäfte der Stadt lagen zum Platz hin ausgerichtet. Benannt wurde er nach dem Sieg, als Görz nach dem Ersten Weltkrieg Teil des Königreichs Italien wurde.
Das erste Gebäude rechts ist die historische Buchhandlung Paternolli; die Fassade ist bis heute durch die Öffnung der Bombi-Galerie, die anstelle der schmalen und fast unsichtbaren Coceviutta-Passage errichtet wurde, nicht unterbrochen. Links befindet sich das Haus des Philosophen Carlo Michelstaedter (1887–1910), an das eine Gedenktafel erinnert. Der Neptunbrunnen ist ein Werk von Nicolò Pacassi (1716–1779). Im Laufe der Zeit trug der Platz verschiedene Namen, die die unterschiedlichen Identitäten seiner Bewohner widerspiegeln: Anger – vom deutschen Wort für „Platz“ – im Mittelalter, Travnik, Piazza Maggiore und Piazza Grande.





