Corso Verdi (Markt) – LÖWEN
Das „Soldatenhaus“ war ein Holzgebäude, das als Treffpunkt für Militärangehörige diente, wo sie sich versammeln, essen und entspannen konnten – fast wie ein Club nach Feierabend, wo man an der Bar verweilen oder Karten spielen konnte. An seiner Stelle wurde in den 1960er Jahren der Hauptsitz der Banca Cattolica del Veneto errichtet. Der steinerne Löwe ist erhalten geblieben, die Inschrift jedoch nicht. Entworfen vom Architekten Mario Baresi (1909–1994), bilden die Terrakottafassaden, der weiße Steinsockel und die zurückgesetzten Winkel einen harmonischen Kontrast zum gegenüberliegenden Post- und Telegrafengebäude.
Die neue Markthalle wurde 1927 erbaut und ersetzte die Vorgängerhalle, die sich am Standort des heutigen Postgebäudes befand und im Ersten Weltkrieg zerstört worden war. Entworfen von Riccardo Del Neri (1896–1964), ist sie ein prächtiges Beispiel des späten Jugendstils und sollte unbedingt in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben, mit ihren originalen, grün gestrichenen Eisenständen und dem Pflaster aus Maroni-Zementfliesen. Eine Gedenktafel am Eingang erinnert an die Renovierung von 1984, die der Architekt Willy Riavis während der Amtszeit von Ferdinando Visintin als Chefingenieur der Stadtverwaltung durchführte.
Das Post- und Telegrafengebäude wurde am 28. Oktober 1932 eingeweiht. Es wurde an der Stelle der Markthalle errichtet, die 1916 bombardiert und zehn Jahre später auf der anderen Seite der Kreuzung wiederaufgebaut worden war. Das Gebäude ist das Meisterwerk von Angiolo Mazzoni (1894–1979), dem Chefingenieur der Eisenbahn, in die das Postamt integriert wurde. Es ist ein beispielhaftes Werk rationalistischer Architektur aus Backstein und Vallone-Stein, erbaut vom Architekturbüro Cotti aus Savogna und zweifellos beeinflusst von den dynamischen Formen der niederländischen Architektur Berlages. Der Turm, um den sich die Baukörper winden, verkörpert das Symbol italienischer Plätze aus der Zeit der Pariser Kommunen: den säkularen Glockenturm mit dem leuchtenden Rot der Uhrzeiger. Im Inneren befinden sich das monumentale Mosaik des Heiligen Christophorus von Matilde Festa Piacentini, Glaslampen des Venezianers Venini, Fresken von Guido Cadorin und Gemälde im Stil der Industrie von Edoardo Del Neri.



